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Groovigen Irish Folk und ernste Themen in Mundart

08.04.2016 12:57 (Kommentare: 0)

Hinzert. Mundart wird immer beliebter, Dialekt sprechen, das ist wieder in. Die Musiker von Why didn’t they ask Evans? spielen eigentlich typischen irischen Folk. Das Besondere: Sie singen nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Moselfränkisch oder besser gesagt "in Hinzerter Platt".

 Foto: Jürgen Tribull

Seit 16 Jahren sind Why didn‘t they ask Evans? erfolgreich in Sachen Folkmusik unterwegs. Das nächste Konzert zum Vormerken ist am 14. Mai auf Burg Waldeck bei Kastellaun. Foto: Jürgen Tribull


In ihrer Heimat hat sich die Band mit dem ungewöhnlichen Namen Why didn‘t they ask Evans? (Übersetzung: Warum haben sie nicht Evans gefragt?) schon seit Jahren einen Namen gemacht. Sie steht für Musik am Schnittpunkt von Tradition und Moderne mit traditionell-schnörkellosem Gesang und rockigen Gitarrenriffs. Neben Blues-Elementen reichen die Stilrichtungen von Celtic-, Deutsch- und Mittelalterfolk bis hin zu klassischem irisch-schottischem Folkrock – zumeist in englischer Sprache. Dass sie einmal mit Liedern in »Hinzerter Platt« so erfolgreich sein werden, das hätten sich Stefan und Ralph Backes  jedoch nicht träumen lassen.


Erinnerungen an die Nazi-Zeit in Hinzert in einem Lied

Die Bandmitglieder Stefan und Ralpf Backes stammen aus dem kleinen idyllischen Hochwald-Dorf Hinzert, einem Ort mit düsterer Vergangenheit.  Denn von 1939 bis 1945 stand dort ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Noch heute erinnert eine Gedenkstätte an jene Zeit.
»Auch diesen Teil der Ortsgeschichte haben wir auf unserer  aktuellen CD verarbeitet«, erzählt Stefan Backes.  


Mini-Album als Soundtrack für die Dorf-Chronik

Seit 16 Jahren gibt es die Band, die eigentlich mit Folkmusik erfolgreich ist. »Die CD mit Liedern rund um Hinzert haben wir mit Blick auf die bald erscheinende Dorfchronik aufgenommen«, verrät der Liedermacher, aus dessen Feder alle Songs auf der CD stammen. »Wir wollten hierzu quasi den Sound-Track liefern«, so Backes.

In dieser Dorfchronik spielt das ehemalige Konzentrationslager natürlich auch eine große Rolle.
Mit Texten in Hochwälder Dialekt widmet er sich einem dunklen Teil der Geschichte seines Heimatdorfes Hinzert.  »In dem Lied Fronleichnam  geht es um eine fiktive Begegnung der Fronleichnamsprozession mit einem Trupp Häftlingen aus dem KZ, die von SS Leuten bewacht werden«, so Stefan Backes. Einige Passagen aus dem Song beruhen auf Tatsachen. So zum Beispiel, dass die SS Leute im Gasthaus im Ort eingekehrt sind, oder dass kahl geschorene, geschundene Häftlinge durch den Ort getrieben wurden. Dieses Lied sei so eine   Möglichkeit gewesen,   dieses Thema auch einmal anders aufzugreifen, denn meistens gehe es ja um das Lager selbst und nicht um den Kontakt mit der Bevölkerung. 


Irish Folk und Hunsrücker Platt. Wie passt das überhaupt zusammen?

»Ich finde, es passt ganz gut, es gab ja auch schon andere Vorbilder, die sich der keltischen Musik bedient haben, und da wir nicht wirklich auf eine Tradition zugreifen können aus unserer Region und wir gerne keltische Musik mögen, haben wir das einfach zusammengebracht«, so die einfache Erklärung des Musikjournalisten aus Hinzert.  Immerhin gäbe es ja auch tiefgründige Texte auf bayrisch oder rheinhessisch. Das könne man nicht an der Sprache festmachen.

Mit ernster Musik in Mundart sehr erfolgreich

»Man kann auch ernste Musik in der Sprache machen, mit der ich aufgewachsen bin«, so Backes.  Und das sehr erfolgreich. Mit ihrem Lied »Summer 27« landete die Gruppe auf der Liederbestenliste der deutschsprachigen Musik auf Platz sechs.


Neustart als Duo geplant - Mit Why didn't they ask Evans? geht es aber auch weiter

»Da wir ja alle ziemlich weit auseinderwohnen, haben mein Bruder und ich beschlossen, dass wir auch mal als Duo was machen können«, verrät Stefan Backes. 

Als „Beeschtebænner“ – zu Hochdeutsch „Bürstenbinder“ – wollen die beiden Brüder weiter in Mundart durchstarten, weil sie gemerkt haben, dass da großes Interesse besteht.
Durch Lieder in Mundart will die Band den Bezug zur Heimat wahren, denn  dies sei etwas ganz Besonderes. »Ich kenne keine Band in unserem Umkreis, die in diese Richtung geht«, findet Backes. Mit »Why didn‘t they ask Evans?«  geht es jedoch auch weiter mit englischsprachigem Folk-Rock.   Die Leidenschaft für quirligen keltischen Folkrock teilen Stefan und Ralph Backes auch mit der in Berlin lebenden Geigerin Eva Marx, die wie Stefan Backes auch Tin Whistle spielt und seit  2001 zur Band gehört, dem kanadischen Bassisten Bruce O’ Field, der heute in Lückenburg lebt und seit 2003 zur Band gehört, sowie – last but noch least – Schlagzeuger Martin Seimetz aus Beuren,  der von der ersten Stunde an mit dabei ist.


Lieder mit Hinzert im Blick

Die Folkrockband »Why didn’t they ask Evans?« (Warum fragten sie nicht Evans?) hat ein Minialbum mit Eigenkompositionen in Mundart herausgebracht. Produziert wurde sie anlässlich des 15-jährigen Band-Bestehens und vor dem Hintergrund der  Ortschronik von Hinzert-Pölert. Alle fünf Eigenkompositionen auf der Mini-CD (kleines Foto) handeln ausnahmslos von dem Ort Hinzert – dem Heimatdorf der beiden Musiker Stefan und Ralph Backes: »Ënn ëmm klænen Dòrf«, »Dë Kròò Æltz (Graue Eltz)«, »Fronnläischnamm (Fronleichnam)«, »Summer ’27 (Sommer 1927)« und »Off dærr Krænz (Auf der Grenze)«. In einem Stück geht es um einen jungen Mann, der nicht ins Dorfbild passt, weil er sich weder für Traktoren noch für Waldarbeit interessiert. Ein anderes Lied erzählt die Geschichte vom sagenumwobenen Hinzerter »Hexenfelsen«. Ein anderes Lied beruht auf einer wahren Begebenheit, bei der 1927 zwei Kinder beim Heidelbeerpflücken im Wald ums Leben kamen, als sie Schutz unter einer Buche suchten. Ganz ernst wird es in dem Stück, das die Begegnung von Häftlingen des KZ Hinzert mit Teilnehmern einer Fronleichnamsprozession  beschreibt. Im fünften Stück geht es um den Wendepunkt im Leben. Hörproben der CD :www.whydidnttheyaskevans.bandcamp.com. Erhältlich ist sie für zehn Euro in der Buchhandlung Lorenzen, Hermeskeil oder  E-Mail an stefan.backes@posteo.de

FIS

Quelle: wochenspiegellive.de | Freitag, 8. April 2016

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